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Fortschritte 2025

Nach einer konstant starken Umweltleistung von 2021 bis 2024, verfehlte Rieter im Berichtsjahr vier von fünf Intensitätszielen, was hauptsächlich auf den deutlichen Umsatzrückgang im Jahresverlauf zurückzuführen ist. Positiv zu vermerken ist, dass die absoluten Zahlen für Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2), Wasserverbrauch und Abfallaufkommen trotz des zusätzlichen Energieverbrauchs, der mit der Integration von Prosino S.r.l. (Borgosesia, Italien) und Petit Spare Parts SAS (Aubenas, Frankreich) entstanden ist, gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind. Diese 2024 übernommenen Tochtergesellschaften wurden im Berichtsjahr erstmals in der Berichterstattung berücksichtigt. Rieter erzielte weitere beachtliche Fortschritte: Der Anteil des Verbrauchs erneuerbarer Energien stieg allein im Jahr 2025 um 10.1 Prozentpunkte auf 38.7 Prozent. Rieter ist mit seinem Plan, bei eingekauftem Strom, Gas und Erdöl bis 2030 auf 90 Prozent erneuerbare Energiequellen umzustellen, auf dem richtigen Weg, und dank der kontinuierlichen Bemühungen des Unternehmens im Bereich der Abfallwirtschaft konnte die Recyclingquote auf 84.1 Prozent gesteigert werden. Die Berichterstattung zu den neuen Zielen beginnt im Jahr 2026, abgestimmt auf die neueste Wesentlichkeitsanalyse.

Umweltbezogene Angaben

Umweltbezogene Themen wie Energieverbrauch und Reduzierung von Emissionen, Wassereinsparung, Abfallwirtschaft und Vermeidung von Umweltverschmutzung sind unerlässlich für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz der natürlichen Ressourcen für künftige Generationen. Die Adressierung dieser Probleme minimiert die ökologischen Auswirkungen, gewährleistet die betriebliche Effizienz und unterstützt Rieter dabei, Vorschriften einzuhalten und gleichzeitig betriebliche Risiken zu verringern. Ein Mittel zur Festlegung von Umweltprioritäten ist der Risikobewertungsprozess von Rieter, wie er in dessen Risikomanagementrichtlinie festgelegt ist.

Der Code of Conduct (Verhaltenskodex) von Rieter verstärkt diese Umweltprioritäten, indem er Erwartungen an verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Verhalten definiert und Mitarbeitende sowie Interessenvertreter dazu anleitet, integer und umweltschonend zu handeln. Der Verhaltenskodex für Lieferanten weitet diese Werte auf die gesamte Lieferkette aus, wodurch gewährleistet wird, dass auch die Lieferanten die Standards einhalten, mit denen Verschmutzung, Abfall und Wasserverbrauch minimiert werden. Rieter hat 2025 eine neue Richtlinie für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) eingeführt, die sich auf das Management der Umweltauswirkungen auf Standortebene konzentriert und klare Anforderungen an die Mitarbeitenden und allfällige weitere am Standort tätige Personen stellt.

Klimawandel

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse identifiziert Klimaschutz und Energieeffizienz kurz-, mittel- und langfristig als wesentliche Themen. Dies ist dem Energiebedarf von Maschinen und Produktionsanlagen geschuldet, sowie den hohen Kosten und der grossen Volatilität der Energiepreise. Zusätzlich bleibt das Risiko einer globalen Energiekrise bestehen. Die THG-Emissionen des Unternehmens werden auf globaler Ebene dargestellt, da die Rieter-Standorte weltweit verteilt sind. Weitere Informationen zu den erwarteten wesentlichen physischen und Übergangsrisiken und potenziellen Chancen in Bezug auf den Klimawandel sind im TCFD-Bericht aufgeführt.

Energieverbrauch nach Quelle

Masseinheit

Ziel 2025

2024

2025

Verbrauch von gekauftem Strom, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen

MWh

15 906.2

25 334.3

Verbrauch von selbst erzeugter Solarenergie

MWh

6 069.6

6 141.3

Brennstoffverbrauch von erneuerbaren Quellen (Biomasse, Biogas, Abfall aus nicht-fossilen Brennstoffen, Wasserstoff)

MWh

2 047.0

264.7

Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen

MWh

24 022.8

31 740.3

Verbrauch von gekauftem Strom aus fossilen Quellen

MWh

19 681.8

12 124.4

Verbrauch von gekauftem Strom aus Kernenergie

MWh

8 059.2

5 420.4

Verbrauch von gekaufter Wärme aus fossilen Quellen

MWh

0.0

740.2

Brennstoffverbrauch von Erdgas (Heizen)

MWh

24 541.9

23 684.6

Brennstoffverbrauch von anderen Gasen (Heizen)

MWh

4 318.1

4 355.2

Brennstoffverbrauch von Rohöl (Heizen)

MWh

1 047.3

1 546.7

Brennstoffverbrauch von Benzin, Diesel und Gas (Fahrzeugflotte)

MWh

2 356.5

2 462.3

Brennstoffverbrauch von Kohle und Kohleprodukten (Heizen)

MWh

0.0

0.0

Energieverbrauch aus nicht-erneuerbaren Quellen

MWh

60 004.8

50 333.8

Energieverbrauch

MWh

84 027.6

82 074.1

Intensität des Energieverbrauchs

MWh/1 000 CHF Umsatz

< 0.100

0.098

0.120

Anteil Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen

Masseinheit

Ziel 2030

2024

2025

Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen

MWh

24 022.8

31 740.3

Energieverbrauch

MWh

84 027.6

82 074.1

Anteil Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen

%

90.0

28.6

38.7

Der absolute Energieverbrauch sank aufgrund von gezielten Energieeffizienzmassnahmen und Initiativen aus Energie-Audits um 2.3 Prozent auf 82 074.1 MWh. Diese Reduktion wurde trotz erstmaliger Einbeziehung der zwei neu erworbenen Tochtergesellschaften erzielt. Der Energieverbrauch erreichte 0.120 MWh pro 1 000 CHF Umsatz und verfehlte aufgrund des Umsatzrückgangs den Zielwert von 0.100 MWh.

Die europäischen Standorte von Rieter waren die Hauptverbraucher von gekauftem Strom aus erneuerbaren Quellen und aus Kernenergie, während die Standorte in Asien die Hauptverbraucher von gekauftem Strom aus fossilen Quellen waren. Die firmeneigenen Standorte von Rieter in China, Indien und Tschechien verfügen zusammen über eine Gesamtkapazität von 6 100 MWh an selbst erzeugter Solarenergie. Der Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien am Energieverbrauch von 28.6 Prozent auf 38.7 Prozent wurde durch Änderungen bei den Verträgen über die Beschaffung erneuerbarer Energien an drei europäischen Standorten vorangetrieben. Rieter erarbeitet derzeit einen Plan, um den Verbrauch von gekauftem Strom, Gas und Erdöl bis 2030 auf 90 Prozent erneuerbare Energiequellen umzustellen.

Übergangsplan für die Abschwächung des Klimawandels

Rieter engagiert sich für die Minimierung seiner Auswirkungen auf die Umwelt im Einklang mit dem Pariser Abkommen.

Rieter begann seinen Transformationsplan mit der Bewertung seines Treibhausgas-(THG-)Fussabdrucks, einschliesslich Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus gekaufter Energie) und Scope 3 (sonstige indirekte Emissionen). Aufgrund der Geschäftstätigkeit von Rieter werden die Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Vergleich zum Gesamtfussabdruck des Unternehmens als gering eingeschätzt.

Rieter hat die folgenden Dekarbonisierungshebel für Scope-1- und Scope-2-Emissionen sowie die damit verbundenen Ziele ermittelt:

Dekarbonisierungshebel

Beschreibung

Ziel

Technische Ausrüstung

Allmähliche Abschaffung der durch fossile Brennstoffe betriebenen Ausrüstungen für das Heizen und Kühlen der Standorte

90% erneuerbare Energie bis 2030

Gekaufter Strom

Elektrizitätsversorgung der Standorte wird auf einen Strommix aus erneuerbaren Energien umgestellt

90% erneuerbare Energie bis 2030

Energieeffizienz

Reduzierung des Energieverbrauchs an den Standorten durch die Implementierung energiesparender Ausrüstung, die durch konzernweite Energieaudits ermittelt wurden

Selbst erzeugter Strom

Erhöhung der selbst erzeugten Energie durch die Installation von Solaranlagen

Fahrzeugflotte

Umstellung auf erneuerbare Antriebe bei der Fahrzeugflotte

Elektrifizierung der Fahrzeugflotte bis 2030

Im Jahr 2024 verpflichtete sich Rieter zur Vorlage eines Netto-Null-Ziels für THG-Emissionen, das durch die Science Based Target initiative validiert werden soll. Scope-1 und Scope-2 THG-Emissionen werden zentral durch die globale Abteilung für Nachhaltigkeit und Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) verwaltet. Die lokale Abteilung für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) ist für Projekte im Zusammenhang mit der Infrastruktur zuständig, während Projekte im Zusammenhang mit THG-Emissionen von den Geschäftsführern der einzelnen Standorte identifiziert und implementiert werden.

Scope 1 und 2 THG-Emissionen

Masseinheit

Ziel 2025

2024

2025

Scope 1

tCO2e

7 194.7

7 445.5

Scope 2 (marktbezogen)

tCO2e

17 374.8

11 745.0

Scope 2 (standortbezogen)

tCO2e

19 089.0

18 227.6

Scope 1 und 2 (marktbezogen)

tCO2e

24 569.5

19 190.5

Scope 1 und 2 (standortbezogen)

tCO2e

26 283.7

25 673.1

THG-Intensität Scope 1 und 2 (marktbezogen)

tCO2e/1 000 CHF Umsatz

<0.045

0.029

0.028

THG-Intensität Scope 1 und 2 (standortbezogen)

tCO2e/1 000 CHF Umsatz

0.031

0.038

Im Rahmen des langfristigen Engagements zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Ressourcen reduzierte Rieter die marktbezogene THG-Intensität auf 0.028 tCO2e pro 1 000 CHF Umsatz, was deutlich unter der angestrebten Obergrenze von 0.045 tCO2e pro 1 000 CHF Umsatz liegt.

Scope 1 THG-Emissionen nach Quelle

Masseinheit

2024

2025

Erdgas (Heizen)

tCO2e

5 262.8

5 079.0

Andere Gase (Heizen)

tCO2e

1 029.5

1 038.1

Rohöl (Heizen)

tCO2e

281.8

411.5

Benzin, Diesel und Gas (Fahrzeugflotte)

tCO2e

620.6

644.9

Kühlmittel (Kühlung)1

tCO2e

272.0

Kohle und Kohleprodukte (Heizen)

tCO2e

0.0

0.0

Scope 1

tCO2e

7 194.7

7 445.5

1Die Emissionen aus dem Verbrauch von Kühlmittel wurden im Jahr 2025 erstmals berechnet.

THG-Emissionen nach Kategorie

Masseinheit

2024

2025

Anteil in %1

Scope 1

tCO2e

7 194.7

7 445.5

0.2

Scope 2 (marktbezogen)

tCO2e

17 374.8

11 745.0

0.2

Kategorie 1 Erworbene Waren und Dienstleistungen

tCO2e

94 000

81 000

1.7

Kategorie 2 Investitionsgüter

tCO2e

6 000

2 000

0.0

Kategorie 4 Transport und Vertrieb

tCO2e

20 000

20 000

0.4

Kategorie 5 Betriebsbedingte Abfälle

tCO2e

200

200

0.0

Kategorie 6 Geschäftsreisen

tCO2e

1 600

1 450

0.1

Scope 3 aus vorgelagerten Aktivitäten

tCO2e

121 800

104 650

2.2

Kategorie 11 Nutzung der verkauften Produkte

tCO2e

4 100 000

4 700 000

97.4

Scope 3 aus nachgelagerten Aktivitäten

tCO2e

4 100 000

4 700 000

97.4

Scope 3

tCO2e

4 221 800

4 804 650

99.6

Gesamtemissionen (Scope 1, 2 marktbezogen und 3)

tCO2e

4 246 369.5

4 823 840.5

100.0

1Anteil in Prozent bezogen auf 2025.

Methoden und Annahmen

Bei den Energiedaten handelt es sich hauptsächlich um Primärdaten aus Energierechnungen und Zählerablesungen. Für Büros in gemeinsam genutzten Gebäuden oder mit kleiner Fläche wurde der Energieverbrauch, soweit möglich, anhand eines geschätzten Quadratmeteranteils zugeordnet. Der Energieverbrauch für 2025 wurde für die ersten neun Monate auf der Grundlage direkter Daten erhoben, während die Monate Oktober, November und Dezember auf der Grundlage des Vorjahres oder erwarteter Werte geschätzt wurden.

Die Berechnungen der THG-Emissionen erfolgt gemäss dem Treibhausgasprotokoll und deckt alle THG-Emissionen ab, wie im Kyoto-Protokoll vereinbart (CO2, CH4, N2O, HFCs, PFCs, SF6, NF3). Erstmals wurden die THG-Emissionen im Zusammenhang mit Kühlmitteln erhoben, was zu einem Anstieg der gesamten Scope-1-Emissionen führte. Die Scope-1 und Scope-2 THG-Emissionen beziehen sich auf den Energieverbrauch von Rieters eigenen und geleasten Standorten und anderen Vermögenswerten (z.B. Fahrzeuge), so dass sie auf der Grundlage der Annahme der operativen Kontrolle berechnet wurden. Rieter ist für 100 Prozent der Emissionen aus den Aktivitäten verantwortlich, über die es die operative Kontrolle hat.

Keine der Scope-1 THG-Emissionen von Rieter wurde in Emissionshandelssystemen reguliert. Die Emissionsfaktoren, die für die Berechnung der Scope-1 THG-Emissionen verwendet wurden, entsprechen den vom Vereinigten Königreich vorgelegten Emissionsfaktoren des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA), das in diesem Bereich allgemein als branchenweiter Massstab anerkannt ist.

Die standortbezogenen Scope-2 THG-Emissionen, die aus erneuerbaren und nicht erneuerbaren Stromquellen eingekauft wurden, wurden anhand der neuesten länderspezifischen Stromnetz-Emissionsfaktoren berechnet. Die jeweiligen Emissionsfaktoren wurden von Carbon Footprint Ltd., einem britischen Beratungsunternehmen für die Berechnung von CO2-Fussabdrücken, veröffentlicht und basieren auf dem Statistical Review of World Energy 2025 des «Energy Institute», einer Organisation für Fachleute auf dem Gebiet Energie. Die Emissionsfaktoren repräsentieren die Daten zum Brennstoffmix 2024, die 2025 veröffentlicht wurden.

Marktbezogene Scope-2 THG-Emissionen wurden von jedem Standort unter Verwendung von lieferantenspezifischen Emissionsfaktoren berechnet, die von den jeweiligen Energieversorgern angefordert wurden. War ein Energieversorger nicht in der Lage, spezifische Emissionsfaktoren zur Verfügung zu stellen, wurde der oben erwähnte standortbezogene Emissionsfaktor verwendet. Die neuesten verfügbaren Daten bezüglich des Emissionsfaktors stammen aus dem Jahr 2024.

Mit über 95 Prozent haben die THG-Emissionen aus der Nutzung verkaufter Produkte (Kategorie 11) mit Abstand den grössten Einfluss auf den THG-Fussabdruck von Rieter und sind der Division Machines & Systems zuzuordnen. Die Emissionen in dieser Kategorie wurden anhand des jährlichen Energieverbrauchs verschiedener Maschinentypen (Ringspinn-, Luftspinnmaschinen etc.), einer erwarteten Nutzungsdauer von 15 Jahren und eines durchschnittlichen globalen Emissionsfaktors berechnet.

Scope 3 THG-Emissionen aus vorgelagerten Tätigkeiten (Kategorien 1, 2, 5 und 6) verwenden indirekte Quellen wie z.B. durchschnittliche Emissionsfaktoren der Branche, die Ausgaben in CO2e umrechnen und decken 74.0 Prozent vom Umsatz ab. Die verwendeten Emissionsfaktoren stehen im Einklang mit den ausgabenbasierten Emissionsfaktoren der US Environmental Protection Agency. Im Jahr 2025 hat Rieter seine Methodik zur Berechnung der Scope-3-Emissionen weiter verfeinert, insbesondere in den Bereichen Logistik und Distribution. Für die Kategorien 4 und 9 stellte Rieter von einem ausgabenbasierten auf einen lieferantenspezifischen Ansatz der Emissionsberechnung um, indem direkt von den Lieferanten bereitgestellte Emissionsdaten erhoben und integriert wurden.

Alle Kategorien, die nicht in der Tabelle zu THG-Emissionen aufgeführt sind, werden voraussichtlich weniger wichtig sein.

Sonstige Emissionen (Versauerung)

Masseinheit

Ziel 2025

2024

2025

Stickoxid-Emissionen (NOx)

t

8.0

8.0

Schwefeldioxid-Emissionen (SO2)

t

1.6

1.3

NOx- und SO2-Emissionen

t

9.6

9.3

NOx- und SO2- Intensität

kg/1 000 CHF Umsatz

< 0.0100

0.0112

0.0136

Mit einer NOx- und SO2-Intensität von 0.0136 kg pro 1 000 CHF Umsatz verfehlte Rieter sein Ziel von 0.0100 kg pro 1 000 CHF Umsatz.

Die Emissionen von Stickoxid (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) stehen im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch der eigenen oder geleasten Standorte und anderer Vermögenswerte (z. B. Fahrzeuge).

SO2- und NOX-Emissionen entstehen in Industrieanlagen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe im Produktionsprozess. Hinzu kommt der Einsatz von Notstromaggregaten an einigen Standorten zur Erhaltung der Produktionsfähigkeit bei einer Strommangellage. An allen Rieter-Produktionsstandorten tragen gesetzlich vorgeschriebene Luftreinigungsanlagen und Filter zur Reduktion der Versauerung bei. Die Emissionsfaktoren, die für die Berechnung der Emissionen von NOx und SO2 verwendet wurden, entsprechen den vorgelegten Emissionsfaktoren des DEFRA.

Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

Zwei Hauptfaktoren für Ressourceneffizienz sind Wasserreduzierung und Abfallvermeidung. Während Wasser weltweit eine kritische Ressource ist, ist es für die Tätigkeiten des Unternehmens und für den gesamten Spinnprozess von begrenzter Bedeutung. In der aktuellen Wesentlichkeitsanalyse wird Wasser deshalb nicht als Thema mit hoher Relevanz ausgewiesen, und die Berichterstattung zu diesem Thema wird nach 2025 eingestellt. Nichtsdestotrotz setzt sich Rieter im gesamten Betrieb weiterhin für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser ein.

Die lokalen EHS-Abteilungen sind für die Einhaltung der jeweiligen Rechtsvorschriften, die Handhabung von wasserrechtlichen Genehmigungen und die Anforderungen an die Berichterstattung verantwortlich.

Wasserentnahme nach Quelle

Masseinheit

Ziel 2025

2024

2025

Grundwasser

m3

177 271.7

71 564.3

Oberflächenwasser

m3

40 727.0

136 629.1

Wasserentnahme

m3

217 998.7

208 193.4

Intensität der Wasserentnahme

m3/1 000 CHF Umsatz

< 0.275

0.254

0.304

Aufgrund der geringen Absatzmengen im Berichtsjahr betrug die Intensität der Wasserentnahme von Rieter 0.304 m3 pro 1 000 CHF Umsatz, womit erstmals das angestrebte Ziel von 0.275 m3 pro 1 000 CHF Umsatz verfehlt wurde. In absoluten Zahlen ist es dem Unternehmen jedoch gelungen, die Wasserentnahme für das Jahr auf 208 193.4 m3 zu reduzieren. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Wasserversorgern wurde zudem ein Grossteil der Grundwasserquellen neu als Oberflächenwasser klassifiziert. Diese Änderung erklärt die spürbare Verschiebung bei der Kategorisierung der Wasserquellen in den Daten von 2025.

Methoden und Annahmen

Die Grundwasserentnahme beinhaltet Wasser, das von den Gemeinden bezogen und in deren Wasserspeichern gespeichert wird. Oberflächenwasser wird hingegen aus Flüssen oder Seen in der Nähe von Rieter-Standorten bezogen. Vor der Zuleitung zu einer Rieter-Anlage wird das entnommene Grundwasser in kommunalen Kläranlagen aufbereitet. Die Wasserentnahme wurde für eigene und geleaste Standorte im Einklang mit dem Ansatz zur Betriebskontrolle gemessen. Die Daten stammen hauptsächlich aus Rechnungen und Zählerablesungen. Für Büros in gemeinsam genutzten Gebäuden oder für kleinräumige Büros wurde die Wasserentnahme wo möglich nach geschätzten Quadratmeteranteilen zugeteilt. Die Wasserentnahme für 2025 wird aus den direkten Daten für die ersten neun Monate erhoben, während die Monate Oktober bis Dezember auf Basis der Vorjahreswerte oder Prognosen geschätzt wurden.

Abfallaufkommen, Aufbereitung und Entsorgung sind von grosser Bedeutung für Rieter, da diese Faktoren die Betriebseffizienz, die Einhaltung von Vorschriften und ökologische Nachhaltigkeit unmittelbar betreffen. Eine schlechte Abfallwirtschaft bringt erhebliche Risiken mit sich, darunter gesetzliche Sanktionen, höhere Entsorgungskosten und Beschädigung des Ansehens. Über die Abfallreduzierung und die Abfallrückgewinnung kann Rieter Kosten reduzieren sowie den ökologischen Fussabdruck und das Image als umweltbewusstes Unternehmen bei Interessenvertretern stärken. Die Abteilungen für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit (EHS) sind verantwortlich für die Abfallwirtschaft und die Steigerung der Recyclingquote. Das lokale EHS-Management erhält zu diesem Zweck eine spezielle Schulung.

Abfallaufkommen nach Art

Masseinheit

Ziel 2025

2024

2025

Ungefährliche Abfälle

t

0.0

221.6

Gefährliche Abfälle

t

0.0

0.0

Von der Entsorgung entzogene Abfälle

t

0.0

221.6

Ungefährliche Abfälle

t

7 173.0

7 053.3

Gefährliche Abfälle

t

630.1

648.1

Der Entsorgung zugeführte Abfälle

t

7 803.1

7 701.4

Abfallintensität

kg/1 000 CHF Umsatz

< 10.0

9.1

11.2

Abfallaufkommen nach Entsorgungsmethode

Masseinheit

2024

2025

Wiederverwendung/internes Recycling

0.0

221.6

Von der Entsorgung entzogene Abfälle

t

0.0

0.0

Abfalldeponie

t

54.8

70.7

Verbrennung (mit und ohne Energiegewinnung)

t

1 242.5

1 154.5

Recycling

t

6 505.9

6 476.2

Der Entsorgung zugeführte Abfälle

t

7 803.2

7 701.4

Recyclingquote

Masseinheit

2024

2025

Der Entsorgung zugeführte Recycling-Abfälle

t

6 505.8

6 476.2

Gesamtabfallmenge

t

7 803.1

7 701.4

Recyclingrate

%

83.4

84.1

Im Jahr 2025 fielen bei Rieter insgesamt 7 701.4 Tonnen der Entsorgung zugeführte Abfälle an, was trotz erstmaliger Einbeziehung der zwei neu erworbenen Tochtergesellschaften einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Mit der Abfallintensität von 11.2 kg pro 1 000 CHF Umsatz wurde jedoch das Ziel von 10.0 kg pro 1 000 CHF Umsatz verfehlt, was wiederum hauptsächlich auf geringere Absatzmengen zurückzuführen ist.

Die Recyclingquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0.7 Prozentpunkte auf 84.1 Prozent, was auf das kontinuierliche Engagement von Rieter zur Verbesserung der Recyclingpraktiken zurückzuführen ist.

Methoden und Annahmen

Gefährliche Abfälle umfassen alle von der lokalen Gesetzgebung als «gefährlich» definierten Abfallklassen und betreffen hauptsächlich die Entsorgung von Klärschlamm, elektronischen und chemischen Abfällen, Schmierstoffen und Fetten. Die ungefährlichen Abfälle umfassen Metalle, Kunststoffe und andere Arten von Abfall (z.B. Kompost oder Papierabfälle). Das Recycling deckt Abfälle ab, die wieder in den Prozess zurückgeführt wurden, entweder durch die Herstellung eines Produkts gleicher Qualität (geschlossener Kreislauf), eines anderen Produkts von geringerem Wert oder eines neuen Rohstoffs (offener Kreislauf). Rieter unterscheidet zwischen internem Recycling, bei dem die Abfälle nicht entsorgt, sondern intern wiederverwendet werden, und externem Recycling, bei dem Abfälle an externe Recyclingdienstleister übergeben werden. Mehr als 95.0% der recycelten Abfälle gehen an externe Recyclingdienstleister. Dies bedeutet, dass die Recyclingquote von Rieter ausschliesslich externes Recycling umfasst.

Die Abfälle wurden für eigene und geleaste Standorte im Einklang mit dem Ansatz der operativen Kontrolle gemessen. Die Daten beinhalten im Wesentlichen Primärdaten und stammen aus Rechnungen der Abfallentsorger. Für Büros in gemeinsam genutzten Gebäuden oder mit kleiner Fläche wurden Abfälle, soweit möglich, anhand eines geschätzten Quadratmeteranteils zugeordnet. Für 2025 wurden die Abfallmengen für die ersten neun Monate auf Basis direkter Daten erhoben, während die Monate Oktober bis Dezember auf Basis der Vorjahreswerte oder Prognosen geschätzt wurden.