Nachhaltigkeitsstrategie

Auf Basis seiner Wesentlichkeitsanalyse hat Rieter eine Strategie entwickelt, die Nachhaltigkeit als Motor für Zukunftsfähigkeit und verantwortungsvolles Wachstum verankert. Zugleich unterstützt die Nachhaltigkeitsstrategie den Wandel der Textilindustrie hin zu mehr Kreislauffähigkeit.
Die Textilindustrie gehört nach wie vor zu den weltweit ressourcenintensivsten Branchen. Mit geschätzten 1.7 Milliarden Tonnen CO₂e pro Jahr ist sie für rund sechs bis acht Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich und trägt damit massgeblich zum Klimawandel bei. Die Spinnerei ist ein kleiner und hochtechnologischer Schritt in der textilen Wertschöpfungskette, der jedoch in der Lage ist, positive Effekte in nachgelagerten Prozessen zu ermöglichen, die Rohstoffe und Energie sparen und die Kreislaufwirtschaft fördern.
Spinnerei: Wegbereiter für Dekarbonisierung und Kreislauffähigkeit
Rund 30 Prozent des Energieverbrauchs in der Textilproduktion für Kleider entfallen auf die Spinnerei. Ein Grossteil davon findet in Regionen statt, in denen die Stromerzeugung noch stark von fossilen Energieträgern abhängt. Als führender Anbieter von Spinnereitechnologie ist sich Rieter der zentralen Rolle bewusst, die das Unternehmen bei der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft spielt.
Rieter trägt aktiv zur Dekarbonisierung der textilen Wertschöpfungskette bei: Das Unternehmen treibt Innovationen bei der Energieeffizienz voran, fördert die Umstellung auf emissionsarme Technologien und unterstützt seine Kunden dabei, ihren ökologischen Fussabdruck zu verringern.
Trotz wachsendem Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist das Textilrecycling nach wie vor stark rückständig. Derzeit werden weniger als 1 Prozent der gebrauchten Textilien zu neuen Kleidungsstücken recycelt, wobei der Grossteil auf Mülldeponien oder in der Verbrennung landet. Dies ist eine verpasste Chance, den Kreislauf innerhalb der textilen Wertschöpfungskette zu schliessen.
Eine der grössten Herausforderungen liegt in der Komplexität der Wiederaufbereitung von Recyclingfasern, was die Skalierbarkeit zirkulärer Lösungen einschränkt. Rieter arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung von fortschrittlichen Spinnereitechnologien, die die Verarbeitung von Recyclingfasern unterstützen, einschliesslich Post-Consumer- und Post-Industrial-Textilabfälle.
Die hochmoderne Technologie und umfassende Textilkompetenz von Rieter ist darauf ausgelegt, die besonderen Eigenschaften von Recyclingmaterialien wie etwa kürzere Faserlängen und schwankende Qualität zu bewältigen und gleichzeitig eine hohe Garnqualität aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen fördert damit die Transformation hin zu einer kreislauffähigen Textilwirtschaft.
Nachhaltigkeitsstrategie: nach Rieter-Art entwickelt
Rieter hat eine zielgerichtete Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Sie adressiert die für das Unternehmen und seine Stakeholder relevantesten Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen, gestützt auf die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse und den identifizierten wesentlichen Themen.
Die Strategie basiert auf einem strukturierten Ansatz unter der Abkürzung Rieter (Risks, Impact, Efficiency, Transformation, Empowerment, Resilience). Sie beginnt mit der Bewertung der Risiken und dem Verständnis ihrer Auswirkungen und fokussiert anschliessend auf die Verbesserung der Ressourceneffizienz im eigenen Betrieb und durch Rieter-Technologie im Spinnereiprozess. Rieter treibt Transformation durch Innovation voran, fördert Empowerment bei den Mitarbeitenden und Partnern und stärkt die eigene Resilienz, um eine langfristige Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Wachstum zu gewährleisten. Dieser strategische Ansatz stellt sicher, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Verpflichtung, sondern ein zentraler Treiber der Zukunftsfähigkeit und des verantwortungsvollen Wachstums von Rieter ist.
Die folgenden Nachhaltigkeitsziele sind integraler Bestandteil der langfristigen Strategie und des Geschäftsmodells von Rieter. Sie unterstützen die Bestrebungen des Unternehmens, den Spinnereitechnologie-Sektor zu nachhaltigen Innovationen zu führen, die operative Resilienz zu gewährleisten und bleibende Werte für die wichtigsten Stakeholder und den Planeten zu schaffen.
Umweltziele | |
Nutzung erneuerbarer Energien | Rieter plant, bis 2030 an allen Produktionsstandorten auf 90 Prozent erneuerbare Energien umzustellen und damit die betrieblichen CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. |
Netto-Null-Emissionen | Rieter bekennt sich zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2040 und verfolgt somit das Ziel, sein Wachstum von der Umweltbelastung zu entkoppeln. |
Umsatz mit nachhaltigen Produkten | Mit der geplanten Verdreifachung des Umsatzanteils von nachhaltigen Lösungen im Zeitraum von 2022 bis 2030, insbesondere im Bereich Reparaturen und Ersatzbeschaffungen, plant Rieter, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu fördern und den Lebenszyklus des Maschinenparks zu verlängern. |
Ziele Soziales und Governance | |
Arbeitssicherheit | Rieter plant, einen hohen Sicherheitsstandard beizubehalten. Das Ziel sind weniger als zwei Arbeitsunfälle pro Million Arbeitsstunden, was das Engagement des Unternehmens für eine sichere Arbeitsumgebung widerspiegelt. |
Diversität und Inklusion | Rieter ist bestrebt, den Frauenanteil im Unternehmen zu erhöhen. Geplant ist, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. Damit will Rieter die Schaffung eines inklusiveren und vielfältigeren Führungsteams fördern. |
Governance Nachhaltigkeit
Der Verwaltungsrat der Rieter Holding AG definiert die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens auf Konzernebene und legt Ziele und Prioritäten fest, während das Group Executive Committee für die operative Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich ist.
Dem unternehmensinternen Nachhaltigkeitsausschuss, der im Jahr 2024 geschaffen wurde, gehören Führungskräfte aus den Bereichen Lieferkette, Finanzen, Recht, Arbeitssicherheit und Umweltschutz, Kommunikation und Human Resources sowie Nachhaltigkeit an. Das Gremium trifft sich alle zwei Monate, um den Fortschritt der Nachhaltigkeitsinitiativen zu prüfen. 2025 tagte das Gremium unter der Leitung des CEO sechsmal. Die Finanzabteilung erhebt die nichtfinanziellen Kennzahlen und schafft damit die Grundlage für eine transparente Berichterstattung. Produkt- und marktbezogene Massnahmen, zum Beispiel die Optimierung des Energieverbrauchs der einzelnen Spinnsysteme, liegen in der Verantwortung der jeweiligen Länderorganisation. Die Rieter-Konzerngesellschaften sind für die standortspezifischen Massnahmen in den Bereichen Energie, THG-Emissionen, Abfall, Biodiversität und Arbeitssicherheit verantwortlich. Unterstützt werden sie dabei von Fachexperten auf Konzernebene.
Verwaltungsrat | Der Verwaltungsrat definiert die Ziele und Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie. | |
Konzernleitung | Die Konzernleitung setzt die Nachhaltigkeitsstrategie operativ um und überwacht den Fortschritt und die Zielerreichung. Nachhaltigkeit ist ein regelmässiges Traktandum. | |
Nachhaltigkeitssausschuss | Der Nachhaltigkeitsausschuss entwickelt den konzeptionellen Rahmen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. | |
Finanzabteilung | Die Finanzabteilung erhebt die nichtfinanziellen Kennzahlen und stellt eine transparente Berichterstattung sicher. | |
Länderorganisation | Produkt- und marktbezogene Massnahmen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Division. | |
Corporate Risk Management | Das Corporate Risk Management unterstützt die Konzerngesellschaften bei standortspezifischen Massnahmen. | |